Vom Pech verfolgt

Manche Menschen scheinen auf geheimnisvolle Weise vom Pech verfolgt zu sein. Wenn irgendwo auf ihrem Weg eine Pfütze liegt, treten sie hinein. Wenn in einem Heuhaufen eine Nadel steckt, verletzen sie sich an ihr.

Wie kein anderer verkörpert der britische Schauspieler Rowan Atkinson in der Figur des Mr. Bean diesen Pechvogel, der kein Fettnäpfchen auslässt und bei jeder Gelegenheit den Kopf hinhält. Dabei lebt Mr. Bean gar nicht mal so ungefährlich – und die Leute um ihn herum haben es auch nicht immer leicht.

Das kleine rote Auto

Wenn Mr. Bean es eilig hat, achtet er nicht auf Verkehrsregeln. Ein running gag in einer seiner Shows ist die Fahrt in einem kleinen roten Wagen. Jedes Mal hat Mr. Bean es eilig und begegnet auf der Fahrt einem hellblauen Kastenwagen. Drei Mal treffen die Kontrahenten aufeinander. Der blaue Wagen fährt nur noch auf einer Seite, landet wieder auf allen vier Rädern und anschließend am Straßenrand, bis am Ende der Show ein Autoreifen durch die Luft fliegt. Mr. Bean konzentriert sich nur auf sein Ziel und versucht alles, um rechtzeitig hinzukommen. Dabei rast er ohne Rücksicht und gefährdet sich und alle anderen.

Fachleute bezeichnen dieses Verhalten als Verkehrsgefährdung, aus der hohe Schadensersatzforderungen entstehen können. Sollte es dann noch zu einem Unfall mit Personenschaden kommen, könnte es sogar als fahrlässige Körperverletzung gewertet werden.

Der Demolator

Ebenfalls Standard im Repertoire von Mr. Bean ist die Sachbeschädigung. Natürlich fährt er nicht absichtlich gegen Dinge. Aber wenn eine Mülltonne den Parkplatz verkürzt oder jemand ein bewegliches Hinweisschild dort platzieren muss, wo der letzte freie Parkplatz förmlich lauert, dann haben diese Dinge eben … Pech gehabt. Mr. Bean jedenfalls hat sie nicht gesehen und nur zufällig umgefahren.

Doch Sachbeschädigungen sind nicht immer so plakativ. Wenn Mr. Bean seiner Kollegin die Schürze aufribbelt, um den Faden dann als Zahnseide zu verwenden, ist das nicht nur fragwürdig, sondern auch Sachbeschädigung. Gleiches gilt, wenn er aus Liebeskummer einer Disko den Strom abschaltet. Wenn dann etwas kaputt geht … oh, weh!

Mr. Bean stellt allerdings nicht nur Strom ab, sondern bastelt an allem, an dem er sich die Finger verbrennen kann. Als er sich einen Fernseher kauft, muss er das Kabel mit dem Steckerteil verbinden. Wer ihn dabei beobachtet, rechnet damit, dass er einen heftigen Stromschlag bekommt oder ein Kurzschluss für Schäden sorgt. Später “repariert” er einem Jungen die Fernbedienung für ein Boot. Das klappt prima – aber leider reagiert der elektrische Rollstuhl einer alten Dame ebenfalls auf die Signale der Fernbedienung. Natürlich fällt sie heraus und natürlich landet das Kind im Wasser.

Mr. Bean hat also am Ende seiner Shows viel auf dem Kerbholz. Juristen finden neben Körperverletzung und Sachbeschädigung bestimmt noch mehr Delikte, die Pechvögel ohne es zu wollen begehen können. Wenn sie aber als Verursacher feststehen, müssen sie für den angerichteten Schaden aufkommen – egal, ob sie es absichtlich getan haben oder nicht. Man kann deshalb jedem Menschen, der eine Tendenz zu solchen Unfällen hat, nur empfehlen, eine sehr sehr gute Haftpflichtversicherung abzuschließen. Denn sonst müssten sie im Ernstfall wahrscheinlich bis an ihr Lebensende für den angerichteten Schaden bezahlen.